WEIHNACHTSGRÜSSE DES ORTSBÜRGERMEISTERS (zu lesen auch im Südpfalzkurier 23.12.2020)

Weihnachtsgrüße des Ortsbürgermeisters

Liebe Schweigen-Rechtenbacher,

gegen Ende des Jahres will ich mich dann doch nochmal zu Wort melden, Ihnen und Ihren Liebsten ein besinnliches Weihnachten sowie einen Jahreswechsel in Frieden wünschen.

Man kann sich wundern, weshalb ich in den letzten Monaten nur wenig, unter anderem im Südpfalzkurier berichtet oder informiert habe, über die Geschehnisse und Aktivitäten in unserem Grenzort, dem Tourismus-Highlight im Süden der Weinstraße.

Von der Verwaltung waren wir, die Ortsbürgermeister gehalten, weniger und nur das Nötigste zu veröffentlichen. Wissen Sie gerade in den letzten Monaten und Wochen dieses Jahres ist mir persönlich wieder mehr bewusst geworden, dass jeder von uns ein EINZELSTÜCK und nur bedingt mit dem anderen kompatibel ist.

Mann wie Frau, jung wie alt, auch ein Ortsbürgermeister kann und darf Meinungen, Ansichten, Sichtweisen haben und dies nicht nur zu Covid-19 in einem gewissen Umfang, auf den unterschiedlichsten Social Media Plattformen und in Gesprächen kund tun. Und selten zuvor war es mehr spürbar, dass es die Art und Weise ist, wie man dies tut und wie es der andere gegenüber versteht.

Es gibt von der Regierung festgelegte, geltende Regeln und Verordnungen, welche hinlänglich bekannt sind, kommuniziert werden, an welche wir uns alle halten sollten/müssen. Als der von Ihnen, im Mai 2019 gewählte Ortsbürgermeister (> 60%) sehe ich es nicht als meine Aufgabe Ihnen zum Thema „COVID-19-Pandemie“ immer und immer wieder zu schreiben oder zu sagen, was Sie zu tun oder zu lassen haben. Sehr wohl setzt die Ortsgemeinde, ich als Vorsitzender des Gemeinderates, alle Vorgaben und Regeln um, welche für die öffentlichen Bereiche und Gebäuden gelten.

Wir leben in einer wunderschönen, ländlichen Region, welche uns ermöglicht durch Spaziergänge frische Luft zu tanken, durch gesunde Ernährung (u. a. Obst und Gemüse) unser Immunsystem zu stärken, welches aktuell, bei dem ein oder anderen auf den Prüfstand gestellt wird.

Doch jetzt zum Dorfleben in 2020, einem Jahr, geprägt von Einschränkungen, Verordnungen und Regeln, welche nach dem zweiten Weltkrieg zumindest meine Generation und jünger, zum ersten Mal zu spüren bekam. Ein bisher nicht bekannter „Stillstand“ dominierte den Alltag eines Jeden.

Verzichten mussten wir, angefangen vom Burgunderfrühling Ende April bis auf nahezu alle öffentlichen Veranstaltungen der Vereine, innerhalb der Ortsgemeinde bis zum Jahresende. So wie ich die Vereine, das örtliche Geschehen wahrnehme, holen wir dies, soweit man die Regelungen für nicht mehr angemessen und erforderlich hält, nach.

Ich als Ortsbürgermeister freue mich auf jedes Zusammentreffen, bei jeder Gelegenheit, welche sich vielleicht und hoffentlich bereits im kommenden Jahr ergibt. Eins vorweg „wir haben einiges zu feiern, einzuweihen, in den Vordergrund zu rücken“.

Trotz der Einschränkungen hat die Ortsgemeinde, wie wohl keine andere in der VG sinnvoll, nachhaltig und sichtbar investiert, positive Zeichen gesetzt. Projekte, wie die Fahrbahnerneuerung der B38 (verantwortlich dafür der Landes Betrieb Mobilität), welche für viel Aufsehen gesorgt hatte, die neue Skulptur auf dem Südkreisel, die behauenen Sandsteine auf dem Nordkreisel, welche die Freundschaft zu unseren Nachbarn nach Wissembourg, ins Elsass symbolisiert, der Kunstparcour durch den Ort bzw. in einigen Weingütern sowie die Kunstaustellung im Gemeindepark, die Neugestaltung des 1.Deutschen Weinlehrpfad und nicht zuletzt das Projekt „Drachengarten“ am Spielplatz im OT Schweigen, die Malerarbeiten am Bürgerhaus am Sonnenberg waren nur einige Begleiter des Jahres, welche uns dann am Ende des etwas anderen Jahres bitte positiv in Erinnerung bleiben sollten.

Ein privates Projekt eines Einzelnen und nicht zu übersehen, ist die Wohnanlage am Weintor, welche das Ortsbild verändert hat. Ich darf nochmals darauf hinweisen, dass dies ein Wunsch aus der 2015/2016 durchgeführten Dorfmoderation war. Es war u. a. barrierefreies Wohnen gewünscht, was der Investor mit Unterstützung und Befürwortung des Gemeinderates sowie der Kreisverwaltung umsetzt.

In dieser Dorfmoderation war auch der dringende Bedarf einer öffentlichen WC-Anlage und eines repräsentativen Tourismusbüro ermittelt worden, welchem der Gemeinderat bis zum heutigen Tag nicht gerecht werden konnte. Gespräche mit dem VG-Bürgermeister, der Geschäftsführerin des Tourismusvereins Südliche Weinstraße e.V., mit einem CDU-Landtagsabgeordneten trugen bisher keine Früchte; eine Anfrage beim Landrat blieb ohne Rückmeldung. Es liegt mir persönlich, in meiner Verantwortung als Ortsbürgermeister daran, diesem Bedarf gerecht zu werden, weshalb ich nochmals den Versuch unternehme, dafür zu werben und einen vorgegebenen Weg der Verwaltung einschlagen werde. Um diesen dringenden Bedarf den Gästen, Touristen, gar unseren eigenen Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen, muss aus meiner Sicht eine aktive Unterstützung genau aus diesem übergeordneten Verwaltungsbereich (VG, Landkreis, Landesregierung) kommen. Hier gilt, „wo ein Wille, ist auch ein Weg bzw. gibt es eine Lösung“.

In den nächsten Wochen, erstellt der Gemeinderat einen neuen Doppelhaushalt für die Jahre 2021/2022, mit div. Themen und Projekten, welchen es in den Gremien/Ausschüssen zu debattieren und festzulegen gilt. Ein wichtiger Meilenstein wird das Einbeziehen des Planungsbüro STADTGESPRÄCH aus Kaiserslautern sein, um den bereits beschlossenen Antrag auf Schwerpunktgemeinde auf den Weg zu bringen. Darin enthalten werden vier bis fünf Projekte aufgeführt, welche einen nachhaltigen Mehrwert für Jung und Alt darstellen wird.

Nach der Grenzschließung zu unseren Nachbarn und Freunden im Frühjahr, einer neu gewählten Stadtbürgermeisterin in Wissembourg, mit welcher ich erste Gespräche geführt habe, wird die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch ein wichtiges Thema sein.

Eine Herausforderung gleich zu Beginn des neuen Jahres, wird der Breitbandausbau (Bedarfserhebung voran) und der Straßenausbau „Paulinerstraße“ sein. Jedoch sehe ich mit den Partnern, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung diese Themen bereits heute auf einem guten Weg.

Die Weihnachtsgrüße des Ortsbürgermeisters beinhaltet zum Schluss immer eine „DANKSAGUNG“ an alle, welche ein solches Dorf überhaupt tragen, ausmachen. Wo fange ich an, wo höre ich auf? Was, wenn ich jemanden vergesse? Beim schreiben dieser Zeilen, vorab ein Lob an alle Gewerbetreibende, den Einzelhandel, die Gastonomen, welche sich zum größten Teil an die Regelungen und Verordnungen gehalten haben, sich kreativ zeigten und für sich das Beste aus der Situation machten.

Fühlen Sie sich bitte alle angesprochen, denn jeder einzelne ist ein Teil von Schweigen-Rechtenbach.

Eine Verwaltung, ein Ortsbürgermeister, Beigeordneter oder Gemeinderat kann nicht jedem und allem gerecht werden, jedoch bin ich der Überzeugung, dass diese „ZUM WOHLE DER ALLGEMEINHEIT“, nach bestem Wissen und Gewissen in großem Maße gerecht werden und wurden.

Es gibt allerdings ein paar mir auffällige Mitbürgerinnen und Mitbürger, Vereine, die sich in 2020 in besonderem Maße, positiv einprägend engagierten.

Allen voran das Team um Stefan Ackermann (Kita-Leitung) im ev. Kindergarten, welcher für mich als Ortsbürgermeister geräuschlos in den zurückliegenden Monaten die Betreuung unserer Kleinsten in besonderem Maß organisiert hat (Chapeau). Gemeindearbeiter, Manfred und Thomas; Beigeordneter Gerhard Müller; Frau Gudrun Zoller; Herr Rheinhold Frank; Herr Gerhard Wüst; Frau Hannelore Müller; Frau Jennifer Pockrandt; Freiwillige Feuerwehr und alle, die sich im Ehrenamt, in den Vereinen, in der Nachbarschaftshilfe, bei Arbeitseinsätzen, im Kleinen angesprochen fühlen. VIELEN DANK!

Bleiben Sie in den kommenden Tagen der Weihnachtszeit, dem Jahreswechsel gelassen, insbesondere zuversichtlich und gesund, denn wie mein Freund und Songwriter Tom Keller immer sagt „alles andere ist Theater“.

Ihr / Dein Ortsbürgermeister

Dieter Geißer



Aktuelles